Es ist eigentlich erstaunlich, daß nicht nur ich, sondern die gesamte Menschheit diese Thematik bisher absolut vernachlässigt hat, obgleich sie - insbesondere für uns Jugendlich-Erwachsene - von tragender Bedeutung ist.
Ich gebe es gerne zu: Ich gehöre zu den Menschen, die, bevor sei des Abends weggehen, dazu neigen, sich reinlich fühlen zu wollen. Dazu gehört oftmals nicht nur ein kurzer Blick in den Spiegel, sondern tatsächlich auch der Sprung unter die heiße Dusche, die dortige Säuberung von Haut und Haaren, das Bürsten der Zähne [zumeist außerhalb der Duschkabine] und das Elektrorasieren unansehnlicher Gesichtsstoppeln [immer außerhalb der Duschkabine].
Doch selbst wenn das angenehm duftende Haar endlich trocken gefönt und in annehmbar gut aussehende Lage gebracht worden ist, selbst wenn der eigene Leib aus jeder Pore verlockend sauber zu duften scheint, selbst wenn ein Frauen verführender, den eigenen unterstützender Zusatzgeruch in bedürftigen Körperregionen verteilt worden ist, selbst wenn ich mich ausreichend an hautpflegenden Lotionen bedient habe, selbst wenn alle erforderlichen Selbstreinigungsprozesse abgeschlossen sind, gebe ich mich nicht zufrieden.
Vor dem halshohen Spiegel posiere ich mehre Minuten lang, bis ich Kleidungsstücke gefunden habe, die meiner eigenen Reinlichkeit entsprechen und zugleich dafür Sorge tragen, daß ich mich in ihnen wohl fühle. Tatsächlich kann es sich bei ihnen um die billigsten Schlumpersachen aus Opas Mottenkiste handeln - solange ich, während sie sich auf meiner sauberen Haut befinden, in ihnen spüre, mich so gekleidet zu haben, wie ich mich fühle, und solange sie sauber genug sind, um jeglichen Eindruck auszuräumen, ich ginge in den tagsüber getragenen Normaloklamotten aus.
Ich gebe es gerne zu: Ich mag es, mich zu mir gefallender Musik zu bewegen. Und wenn dabei - nicht zuletzt unterstützt durch die stets nur unzureichend funktionierende Kalt- und Frischluftzufuhr - meine bereinigten Poren Schweißflüsse auswerfen, so erachte ich das als zu meinen Bewegungen gehörig. Und wenn Freunde, Bekannte und Nichtbekannte sich dazu entschließen, die ohnehin fehlende Atemluft mit Zigarettenausdünsten zusätzlich olfaktorisch zu belasten, so erachte ich dies als zum Abend gehörig.
Wenn ich also Stunden später feststelle, Geldbörseninhalte gegen Inhalte anderer Art eingetauscht zu haben, frage ich mich stets, wozu das anfängliche Prozedere nötig gewesen war: Meine Haut ist verschwitzt, meine Frisur zerzaust, mein Haar vom Schweißfluß ein wenig befettet und mit dem selben widerlichen Kaltrauchgestank durchzogen, der auch jedem einzelnen meiner Kleidungsstücke innewohnt. Alles an mir, inklusive meines Schuhwerks, bedürfte nun einer Totalreinigung.
Wäre es nicht einfacher, von vorneherein alles beim alten zu belassen, sich vor dem Ausgehen nicht extra zu duschen, zu rasieren, zu waschen, zu fönen, zu stylen, zu putzen, anzuziehen? Wäre es nicht einfacher, die alten Klamotten des Tages am Leibe zu behalten und die zusätzliche, abendliche Beschmutzung aufgrund der ohnehin fehlenden Totalreinlichkeit mit einem Schulterzucken zu akzeptieren? Wäre es nicht einfacher, jeden Streß zu vermeiden, möglicherweise ein oder zwei schickere Kleidungsstücke aus dem Schrank zu zerren, jedoch ansonsten zusätzliche Säuberungsaktionen für unnötig zu erachten?
Denn unnötig sind sie durchaus. Schon nach wenigen Minuten an einer menschbefüllten, stimmungsguten Lokalität ist der eigene Leib, inklusive Hülle, bereit für die Reinigung. Theoretisch könnte man alle fünf oder zehn Minuten von einer Party wegrennen, nach Hause eilen und die gesamte Prozedur des Säuberns und Kleiderwechselns wiederholen. Das brächte sicherlich einen beträchtlichen Aufwand mit sich, steigerte aber nur die ohnehin vorhandene Sinnlosigkeit der abendlichen Eigenvorbereitungen in die Bereiche ersichtlicher Albernheit.
Die Logik überzeugt, sollte spätestens jetzt ein Hand-gegen-Kopf-Klatsch des Begreifens ["Warum bin ich nicht selbst darauf gekommen?"] beim Leser verursacht haben. Und wenn dann alle abendlichen Weggeher in abgetragenen, ungepflegten Klamotten, mit zerzausten Frisuren und verwischtem Make-up, mit stinkenden Achseln und rauchigem Atem die Lokalitäten begehen, werde ich mich hämisch grinsen und die Welt um mich drehen lassen.
Denn dann bin ich der funkelnde Diamant an der Spitze des staubigen Kohlehaufens, der wahre Held des Abends...
morast - 8. Dez, 23:36 - Rubrik:
Wortwelten
Ui. Mal wieder besteht Anlaß zu rauschvollen Zelebrationen, wird doch am heutigen Tage der
80. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip veröffentlicht. Jedoch halte ich es für überflüssig, mich selbst zu lobpreisen. Das dürfen andere für mich erledigen.
[Und wenn ich mir was wünschen dürfte, wäre es wohl Schnee.]
[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]
morast - 8. Dez, 00:12 - Rubrik:
Frederick
Eigentlich ist es erstaunlich, wohin das Arbeiten in Deutschland gekommen ist. Anstatt untertage in kinderhohen, lichtlosen Schächten zwölf Stunden lang unter extremer Luftverknappung nach Millionen Jahre alten Pflanzenresten zu buddeln, sitzen wir bequem am eigenen Bürorechner, spielen im klimaanlagenbelüfteten Räumen an ergonomisch eingerichteten Plätzen Nonsensspiele, gehen ins Internet, wo wir Weblogs lesen und Podcasts hören und jede andere Möglichkeit, die Zeit zu vertreiben, gierig aufsaugen.
Ich enthalte mich natürlich solch dubioser Arbeitgeberausbeutungen. Schließlich bin ich Student, arbeite nicht und habe genug Zeit, jeden Tag so viel zu surfen, wie ich will. Mein Büro ist zu Hause und wenig ergonomisch eingerichtet. Auch beschränkt sich die Klimaanlage auf Fenster und Heizung. Letztere wird allerdings nach Mitternacht abgestellt, was nicht immer erfreulich ist. Leider konnte ich nicht herausfinden, wann sie wieder angestellt wird, da ich um diese Zeit vermutlich weder wach noch fähig bin, irgendetwas zu realisieren, was nicht bettartig aussieht.
Natürlich werde ich nicht bezahlt, noch nicht einmal vom Bafög-Amt, das noch immer auf meine versprochenen, ausgefüllten Anträge wartet. Ich bin aber auch ein Idiot.
Geld brauche ich trotzdem. Die Flatrate will ja irgendwie bezahlt werden. Und ab und zu Nahrung aufzunehmen, kann auch nützlich sein. Also arbeite ich. Naja, nicht wirklich. Denn wenn ich arbeite, mutiere ich zu einem von diesen ewigen Eigentlich-Typen.
"Ich mache das hier ja nur nebenbei. Eigentlich bin ich Student/Künstler/wasBesseres..."
Ich arbeite im Supermarkt und sortiere Wurst ein. Lecker. Ich vermute, ich habe noch nicht erwähnt, daß ich Wurst - abgesehen von magerem Schinken und diversen Salamisorten - verabscheue. In "meinem" Regal gibt es eine Buäx-Ecke, angefüllt mit Dingen, die ekliger sind als das, was ich heute - bereits gärwarm und fruchtfliegenüberwuchert - in den Biomüll warf. Die Ecke umfaßt übrigens mindestens ein Drittel des gesamten Wurstbereiches.
Oder ich arbeite in einer Firma, die für das Land Sachsen-Anhalt Verkehrserhebungen durchführt und Studenten in Busse stopft, auf daß sie die Ein- und Aussteigenden, die Kinderwagen und Rollstühle [zuzüglich ihrer Benutzer], die Hunde [nicht, wenn sie in Korb oder Tasche verstaut sind] und Busfahrer [nur in der Straßenbahn] zählen und mit albernen Fragen über Wegziel und Fahrtbeginn beglücken mögen. Daß mir früher bei längeren Busfahrten immer schlecht wurde, hatte ich verdrängt/vergessen. Allerdings ging es mir am ersten Arbeitstag nach etwa zwei Stunden befragender Busfahrt wieder durch den Kopf - zusammen mit dem Frühstück und etwa zehn Litern Magensäure. Glücklicherweise außerhalb des Busses. Eine weitere Tapferkeitsstunde später erlöste ich mich und brauchte zwei Tage, um mich wieder so ähnlich zu fühlen wie ich selbst.
Derzeit arbeite ich als Hörbuchhörer. Eigentlich als Hörbuchkorrekturhörer. Aber das Wort ist so lang, daß es sich niemand richtig durchliest. Deswegen beschränke ich mich zumeist auf die erste Variante. Klingt auch besser. Bisher arbeitete ich nur einmal, dafür aber fünf Stunden hintereinander. Das ist viel für jemanden, der sich beim heimischen Arbeiten gerne mal ein Päuschen gönnt, sobald das befriedigende Ich-habe-was-geschafft-Gefühl sich blicken läßt - also zuweilen auch schon nach zehn Minuten.
Ich hatte fünf Stunden lang nichts anderes zu tun, als einem alten Mann zuzuhören, der über seine Erlebnisse in den Jahren 1941 bis 1945 berichtete, und meiner naturgegebenen Pingeligkeit folgend irgendwelche Fehler zu notieren. Ich fand nicht viel. Gut so. Nicht minder erfreute mich, daß das Hörbuch durchweg interessant war - auch wenn mir nach dem Hören der CDs 5, 6, 14 und 22 ein wenig der Zusammenhang fehlte.
Nebenbei surfte ich im Internet. Das traute ich mich nicht, insbesondere da ich feststellte, daß das Lesen von Nachrichten oder Weblogeinträgen mich sehr ablenkte. Also beschränkte ich mich auf einen sporadischen Mail- und Cartoonseitencheck, der auch den nicht minder sporadischen Besuchergängen der Chefin zugute kam - sie ertappte mich nur einmal, ließ sich aber nichts anmerken. Wahrscheinlich wollte sie einen derart perfekten [und gutaussehenden] Hörer wie mich nicht verlieren.
Allein die Möglichkeit jedoch, im Internet umherklicken zu können, empfand ich als enorm.
"Früher", hätte ich am liebsten aufspringend geschrien, mit meinem Krückstock in der Luft herumstochernd, "Früher hätte es sowas nicht gegeben! Früher mußten wir noch richtig arbeiten! Zuckerbrot und Peitsche, sag ich da nur. Zuckerbrot und Peitsche!"
Leider/Glücklicherweise bin ich nicht alt genug, um solche Bemerkungen von mir geben zu können, war doch die einzige Zeit, in der ich wirklich hart arbeiten mußte, mein Zivildienst gewesen. Der ist nicht nur lange her, sondern war auch nur so hart, weil ich fünf Uhr morgens aufstehen mußte, um nicht zum wiederholten Male unpünktlich im Krankenhaus einzutreffen. Ansonsten habe ich kaum eine langweiligere Zeit verlebt als den Zivildienst. Die unzähligen Möglichkeiten, so zu tun, als sei ich beschäftigt, nur um zusätzlichen Arbeiten oder eventuellem Ärger aus dem Weg zu gehen, habe ich zwar längst vergessen, könnte ich aber notfalls wieder in Erinnerung rufen.
Als ich vor meinem eigenen Rechner saß und Hörbuchwort für Hörbuchwort vernahm, mich in meinem Bürostuhl zurechtlümmelte und entspannt der Sprecherstimme lauschte, stellte ich fest, wie gut es doch vielen Arbeitenden heutzutage zu gehen scheint.
Ich habe keinen Einblick in das Früher, doch begehre ich auch nicht danach. Mir reicht es aus, verallgemeinernd festzustellen, daß Arbeiten früher härter gewesen sein muß. Und wie jeder weiß, sind Verallgemeinerungen sowieso immer falsch. Oder richtig. Weiß ich nicht mehr.
Ich zeichnete. Das kann ich einigermaßen gut, und weil es auch entsprechende Aufträge gab [Das hört sich wichtig an. Gut so.], krakelte ich mit dem einzig auffindbaren Zeichenutensil auf meine mitgebrachten weißen Blätter. Kugelschreiber sind für solche Zwecke ungeeignet, doch in der Not esse ich auch Blutwurst [Ja, das ist tatsächlich eine mißglückte Abwandlung des Not-Teufel-Fliegen-Klassikers.].
Innerhalb von fünf Stunden kann man einiges auf Blätter krakeln, selbst wenn man - wie ich - pedantisch und kleinlich dazu neigt, das eigene Werk überstrenger Kritik unterziehen zu wollen. Erfreulich war, daß weder der Sprecher meine Zeichnerei, noch meine Stiftbewegung den Lauschprozeß, noch die Chefin meine Nebenbeschäftigung störte.
Nach fünf Stunden gab ich CD 22 - die letzte ihrer Art - ab und verabschiedete mich.
"Wollen Sie wiederkommen?", fragte die Chefin, von ihrem Arbeitsplatz aufblickend. Ich glaubte, ein sehnsüchtiges Funkeln in ihren Augen gesheen zu haben. Vielleicht war es aber auch nur ein Deckenlampenlichtreflex auf ihren Brillengläsern.
Wollte ich wiederkommen?
Ich dachte an den bequemen, klimatisierten Arbeitsplatz, den eigenen Rechner mit Internetanbindung und die drei bekritzelten Blätter, ich dachte an gerade-noch-so nicht vollgekotzte Busse und riesige Buäx-Wurstregale. Doch ich hielt mein Strahlemanngesicht professionell unter einem Pokerantlitz [Leider spiele ich kein Poker. Deswegen schien der Strahlemann in mir wohl ein wenig durch.] versteckt und meinte lässig:
"Na klar, babe!"
Allerdings ohne das "babe".
morast - 7. Dez, 22:18 - Rubrik:
Wortwelten
Nun scheint es langsam gelungen zu sein, mich in einigermaßen weihnachtlich-vorfreudige Stimmung zu versetzen. Zwar weiß ich kaum, was ich wem schenken werde, oder gar, was ich mir wünsche, doch der weihnachtliche Trubel, der Nikolaustag, mein Adventskalender, das tägliche
Weihnachtsliedkapitel, das Wichteln im Freundeskreis, das gestrige Mensa-Weihnachtsessen, die vielen Best-Of-Alben im Audiofachmarkt, die fehlenden Blätter im Kalender, die penetrant blinkende Fensterbeleuchtung überall, die ständige Präsenz von Glühweinduft, ... - all das erwirkt in mir einen Bezug zum bevorstehenden Fest, der auch vor Fred und seinen Freunden nicht Halt macht.
Es ist also zu
befürchten erwarten, daß nicht nur der heutige, sondern auch die Freds künftiger Tage der weihnachtlich-winterlichen Thematik frönen werden...
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morast - 7. Dez, 00:24 - Rubrik:
Frederick
Und ich ertappte mich, wie ich mich bei dem gerade fertig gelesenen Buch leise bedankte, weil es ein gutes gewesen war...
[Im Hintergrund: Adorned Brood - "Asgard"]
morast - 6. Dez, 11:20 - Rubrik:
Krimskrams
Nun habe ich es doch geschafft. Ich bin erfreut. Zwar bedeutet das, daß der gestrige Comic keine vierundzwanzig, sondern nur [fast] sieben Stunden lang der neueste Fred gewesen war, doch bin ich bereit, dieses Zugeständnis zu machen. Schließlich geht in so einem Weblog ja nichts verloren. Und außerdem bin ich dadurch wieder zurück. Zurück in meiner alten Ruhe. Befreit, vom Drang, in wenigen Stunden unbedingt noch einen neuen Coimic fertig gezeichnet haben zu müssen. Beglückt mit einem dünnen, aber beruhigenden Zeitpolster.
Worum es geht?
Ich habe meinen alten Vorsprung zurückerobert und bin nun imstande, den neuen
"Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comcistrip schon kurz nach Mitternacht zu veröffentlichen. Quasi als Nikolauspräsent.
Oder so.
[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]
morast - 6. Dez, 00:02 - Rubrik:
Frederick
Auf dem Asphalt kleben letzte Reste alten Schnees.
"Wie vergessene Plastiktüten.", denke ich.
[Im Hintergrund: Janus - "Winterreise"]
morast - 5. Dez, 23:29 - Rubrik:
Krimskrams
Hinter mir stehen zwei Frauen an der Kassenschlange: Mutter und Tochter. Die Tochter, die selbst längst Mutter ist, zählt ihre Weihnachtseinkäufe auf, erklärt, wer warum welche Geschenke erhalten wird. Plötzlich senkt sie ihre Stimme:
"Der Bademantel hat nur acht Euro gekostet."
Es war fast, als schämte sie sich ihres Preisbewußtseins, als wäre es verpönt, Sonderangebote zu nutzen.
Im Elektrofachmarkt beobachte ich einen Mann, der versucht, mit einer Verkäuferin zu flirten, indem er das vor ihr stehende "Sie hören gerade"-Album von Xavier Naidoo in die Hand nimmt, auseinanderfaltet und betrachtet, während sie begeisterte Kommentarfluten über die Musik in seine Richtung entläßt. Als der Wortschwall verebbt, versucht der Mann vergeblich, das Album wieder ordnungsgemäß zusammenzufalten, schafft es auch nach mehreren Anläufen nicht, den Anfangszustand wiederherzustellen, knickt es dann so, daß es in seinen Augen richtig aussieht, und verabschiedet sich. Mitleidig betrachte ich das Ergebnis seiner Bemühungen: schmerzhaft falsch gefaltet und verdreht - im Namen der Liebe..
An der Tür der Straßenbahn steht ein kleines Mädchen mit rosa Schal und weißer Wollmütze. Es starrt mit großen Augen zu mir herauf, schenkt mir ihr vollstes Interesse. Die Bahn hält, und das Mädchen steigt an der Hand ihrer Mutter aus. Ihre Blicke lassen mich nicht los, betrachten mich bewundernd, fragend. Auch ich trete ins Freie, sehe ihr nach. Im Haltestellenmenschgewimmel verliert sie mich, und während ihre Mutter sie eilig hinter sich herzieht, streifen ihre Blicke durch die Gegend, auf der Suche nach mir, der nicht weiß, warum.
[Im Hintergrund: Janus - "Winterreise"]
morast - 5. Dez, 23:28 - Rubrik:
Menschen
Es ist erstaunlich. Noch immer schaffte ich nicht, die nicht-ganz-eintägige Verspätung, die mir durch diverse Geschehnisse entstand, auszumerzen. Nicht, daß ich darum kämpfen müßte, täglich einen neuen Comic zu zeichnen. Damit habe ich kein Problem, und ich bin stolz darauf, seit dem 20. September jeden Tag einen Comic veröffentlicht zu haben. Allerdings müßte ich jetzt zwei an einem Tag zeichnen, um den Rückstand wieder aufzuholen und Punkt Mitternacht den Comic des neuen Tages online stellen zu können. Das wiederum ist schon schwieriger.
Aber es beschwert sich ja niemand. Das ist gut und schlecht zugleich.
Gut, weil es zeigt, daß es entweder keine Rolle spielt, ob ich nun mal Verspätuzng habe oder nicht, oder daß so viel Vertrauen herrscht, daß niemand bezweifelt, daß der tägliche Comic auch täglich erscheint.
Schlecht, weil ich das Gefühl haben könnte, es sei egal, ob ich nun täglich oder montatlich [oder gar nicht] zeichne.
Heute jedenfalls erscheint wieder ein neuer
"Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip, die Nummer 77 übrigens.
Und so.
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morast - 5. Dez, 17:17 - Rubrik:
Frederick
Ein befremdliches Gleichnis, das mich soeben befiel:
Während sich die Deutschen einst von einem eindeutig nicht-arischen Mann sagen ließen, welche Rasse die bessere sei, lassen wir heute Dieter Bohlen darüber entscheiden, wer singen kann...
[Im Hintergrund: Chase The Dragon - "Admit"]
morast - 5. Dez, 16:47 - Rubrik:
Krimskrams
Eigenassoziation, die:
Während eines Gespräches stattfindende Gedankenverknüpfungen im eigenen Kopf, die ein soeben berichtetes Geschehnis noch während der Ausführungen mit weiteren verknüpft und somit eine Kette von erzählbaren Ereignissen erwirkt, die bei fehlender Unterbrechung in einen Monolog münden und den Gesprächspartner zum unbeteiligten Zuhörer degradieren lassen kann.
morast - 5. Dez, 16:29 - Rubrik:
Tageswort
Bin zu müde, um Großartiges zu verkünden.
Viel Freude zum heutigen Zweiten Advent wünsche ich allen!
[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]
morast - 4. Dez, 16:40 - Rubrik:
Frederick
Ohne großes Vorwort, dafür aber mit viel Liebe gezeichnet: Der heutige Fred.
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[Im Hintergrund: Janus - "Schlafende Hunde"]
morast - 3. Dez, 12:36 - Rubrik:
Frederick
Spät, aber doch: Der heutige Fred.
[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]
[Im Hintergrund: Dornenreich - "Hexenwind"]
morast - 2. Dez, 20:46 - Rubrik:
Frederick
Es begann, als ich mich ausnahmsweise, einer inneren Trägheit folgend, dazu entschloß, an der "Pfälzer Straße" auf die 2 zu warten, anstatt wie sonst üblich die wenigen Fußwegminuten zur Haltestelle "Universität" in Kauf zu nehmen, wo unter den vielen zugleich verkehrenden Linien auch eine Bahn sein würde, die mich bis fast vor die Haustür trüge. Während die studentische, geduldig wartende Menschenmasse immer größere Ausmaße annahm, entdeckte ich allmählich nicht nur verstörte Blicke auf die eigene Uhr und in die Richtung, aus der die Straßenbahn eintreffen würde, sondern auch immer wieder Wesen, die ihren Warteprozeß mit enttäuschtem Gesichtsausdruck abbrachen und leise seufzend die Wegstreckenabarbeitung den eigenen Füßen überließen.
Mit fehlender Uhr fiel es mir schwer zu schätzen, wie lange ich wartete, doch als gefühlte zehn Minuten vergangen und noch immer keine öffentlichen Verkehrsmittel in Sichtweite zu entdecken waren, gab auch ich auf und machte mich mit einem resignierenden Gedanken über das Schicksal, das ausgerechnet dann die 2 verschluckt, wenn ich sie zu benutzen gedenke, auf dem Weg zur Haltestelle "Universität".
Ich sah es schon von weitem: Eine Bahn stand auf den Gleisen, ihrer Passagiere beraubt, tot und träge blinkend. In meinem Schädel formte sich die Hoffnung, es möge nicht meine Richtung sei, die mit wartend-defekten Bahnen blockiert war, doch ich glaubte das Gegenteil, vermutete gar, daß das Fehlen der 2 an der "Pfälzer Straße" mit der stehenden Bahn an der "Universität" zusammenhing.
Ich hatte recht, in mehrfacher Hinsicht. Nicht nur eine, sondern drei Bahnen standen still, reglos in ihren Gleisen verharrend, auf dem Weg in die Richtung, die ich als "meine" bezeichnete. Ein 'War ja klar!' erübrigte sich; statt dessen bedeckte ich mein Antlitz mit einem Lächeln, plante meine weitere Wegstrecke voraus. Wenn die Gleise blockiert waren, mußte ich noch drei Haltestellen weit laufen, um an die nächste Gleiskreuzung zu gelangen, von der die Möglichkeit bestand, eine Bahn zu erwischen, die mich nicht nur nach Hause brachte, sondern sich überhaupt bewegte.
Im Magdeburger Zentrum liegen zwischen drei Haltestellen nicht mehr als ein Kilometer, fünf Minuten Fußweg über den Breiten Weg, den derzeit unzählige, wegen des Weihnachtsmarktes vom Alten Markt vertriebene Stände blockieren. Es war kalt, doch die wenigen Minuten zu Fuß hatten mich bereits genug erwärmt, um jeder Sorge, wegen möglicher, totaler Straßenbahnfehlfunktion letztendlich nach Hause laufen zu müssen, mit einem desinteressierten Schulterzucken begegnen zu können.
Am Universitätsplatz stand die 5, blinkte müde in Richtung des orangefarbenen Einsatzwagens der Magdeburger Verkehrbetriebe, ein lautloser Hilferuf, dem keine Hilfe folgte. Schon minutenlang schien die Bahn hier zu stehen, jede Richtung zu blockieren, ohne daß ein Schaden offensichtlich war. Ich glaubte, eine Oberleitung beschädigt herabhängen gesehen zu haben, doch war mir nicht sicher. Ordnungsgebietend blitzten die Blaulichter zweier Polizeiwagen, doch niemand interessierte sich dafür.
An den Haltestellen, die ich passierte, stauten sich wartenden Menschenhaufen. Niemand hatte ihnen gesagt, was geschehen war, und obwohl sie sehen konnten, daß keine der Bahnen in Sichtweite sich auch nur einen Millimeter rührte, obwohl sie sehen konnten, daß es unwahrscheinlich war, in den nächsten Minuten von der Haltestelle abgeholt zu werden, blieben sie stehen, warteten wie eine verirrte Schafsherde auf ihren Schäfer, der ihnen mitteilte, was zu machen sei.
Doch kein Schäfer kam, und die Schäferhunde - Blaulichtwagen besetzende Polizisten - hielten Informationsweitergabe für überflüssigen Luxus.
Das Gedränge auf dem mit Ständen und Menschen vollgesopften Breiten Weg störte mich nicht, würde doch das Gedränge in den wenigen noch verkehrenden Straßenbahnen um eine Größenordnung stärker sein.
Am Alten Markt angekommen entdeckte ich die 6. 'Meine Bahn!', dachte ich erfreut, nicht zuletzt, weil es so aussah, als würde sie noch fahren können. Überall um mich herum standen leere Bahnen wie abgestorben in ihren Gleisen. Hinzukommende Bahnen wichen in andere Richtungen aus, auf Strecken, die sie sonst nie befuhren, bewirkten, daß die Bewegungsabläufe des öffentlichen Personennahverkehrs aussahen, als wären sie die kranken Gehirn eines Irren entsprungen, von unfähigen Kinderhänden auf Stoffservietten gekrakelt und von blinden Psychopathen realisiert. Doch es funktionierte. Ich sah keinen Autostau, keinen Unfall, keine Verletzten, noch nicht einmal ordnungshütende Uniformierte.
Die 6 stand an der Haltestelle und wartete. Ich wartete ebenfalls. Die Ampel zeigte Rot, und wie bei einem Marathonlauf lauerten mit mir unzählige andere auf den Startschuß, das Ampelgrün, das den Wettlauf einläutete, dessen Ziel die Sicherung eines Platzes im Sardinengedränge, im Inneren der Straßenbahn, war. Ich positionierte mich günstig, war schnell, als einer der Ersten, im Inneren, fand einen guten Platz zum Stehen, hielt mich fest.
"Könnten Sie vielleicht...", hörte ich eine alte, brüchige Stimme, deren Besitzerin eine Fahrkarte in meine Richtung hielt.
"Na klar.", meinte ich lächelnd, nahm die Karte in Empfang, wühlte mich durch menschliche Leiber bis zum Entwertungsautomaten, wartete auf das bestätigende Piepen des Stempels, kämpfte mich zurück und überreichte der alten Frau ihre - offensichtlich unnütze [Welcher Kontrolleur würde sich schon durch dieses Gedränge zwängen?] - Fahrkarte, stolz, als hätte ich soeben die hintertibetanischen Dschungelwüsten mit verbundenen Augen durchquert. Sie nickte nur, freundlich und schüchtern zugleich, und ich versuchte, mir meinen Stehplatz zurückzuholen, der jedoch in der Zwischen von Tannengrün besetzt worden war.
Als die Bahn zwei Ampelphasen später losfuhr, atmeten alle Straßenbahnheringe auf. Die Stimmung war gut.
"Wenn Sie fallen, fallen Sie unter Garantie weich.", lachte eine dickte Frau neben mir.
Die nächste Ampel war ein Greuel. Vor uns standen zwei weitere Bahnen, auf Grün wartend, und pro Grün fuhr nur ein Metallkoloß durch. Es dauerte Minuten, bis wir wieder vorankamen - und am "City Carre" hielten. Nur eine Handvoll Menschen stieg aus; doch mindestens zehnmal so viele begehrten Einlaß - unter ihnen auch eine Frau mit Kinderwagen und eine Gruppe Punker, standesgemäß mit Kassettenabspielgerät und Bier beziehungsweise Wein, sowie mehreren riesigen Hunden bestückt, von denen einer allerdings - vermutlich aufgrund einer Verletzung - auf einer Art Bollerwagen Platz genommen hatte, welcher natürlich ebenfalls in unserer vollgestopften Straßenbahn Platz finden sollte.
"Kinderwagen! Kinderwagen!", riefen die Punker, als wollten sie der Mutti mit ihrem Gefährt Zutritt und Platz verschaffen. Doch kaum waren wir noch enger zusammengerückt, drängten sich die vier Gestalten, samt ihrer Hunde und ihres Bollerwagens in die Bahn und sicherten sich damit die ungeäußerte, aber auf vielen Mienen deutlich lesbare Abneigung der anderen Passagiere. Die Mutti paßte nun natürlich nicht mehr hinein. Ihr Kinderwagen ersdt recht nicht.
Interessiert beäugte ich den Penny-Markt-Aufnäher auf einer Lederjacke, der zwischen unzähligen Punkbandemblemen und Antifa-Zeichen eine Besonderheit darstellte. Die Frau neben mir stand auf, und ich konnte mich setzen, trat versehentlich einem schwarzen Hund auf den Schwanz, der gequält winselte, aber meine Entschuldigung - inklusive eines beruhigenden Kopftätschelns - zu akzeptieren schien.
Niemand beschwerte sich, und tatsächlich waren mehrere Zusammengedrängte trotz ihrer Situation freundlich zu den Punkern, gaben den Hunden Platz und akzeptierten, daß eine Tür durch den Bollerwagen versperrt worden war. Als jedoch ein Herr die zurückhaltende Bitte äußerte, den schwarzen Hund, der ihn in einer Ecke einsperrte und somit sein Aussteigen verhindern würde, wegzunehmen, reagierte das einzige Mädel erbost und unwillig, als müßte sie, deren Gruppe erstaunlich viel Toleranz entgegengebracht worden war, immense Aufwände auf sich nehmen, um den armen Hund ein paar Zentimeter zu verrücken, als wäre sie, der es von allen Straßenbahnmitfahrenden noch am besten ging, die einzig Gequälte hier.
Unterdessen unterhielt sich die alte Frau, die ihre Fahrkarte fürsorglich in ihrer Geldbörse verstaut hatte, mit ihrer Nachbarin, einer vielleicht zwanzig Jahre jüngeren Dame, die geduldig jede Frage beantworte und jede Aussage mit nichtssagendem Geplänkel bestätigte. Von der Frage, warum es denn so voll sei, führte die Thematik der alten Frau jedoch über die Feststellung, daß ihr sowieso nur noch wenige Jahre blieben bis hin zu Krankheiten und Tod, bis hin zur Behauptung, daß, wenn man alt und ein wenig wirr wurde, sowieso niemandem mehr für einen da sei, jeder nur die eigene Unwilligkeit mit geheuchelter Anteilnahme überdeckte, um mehr erben zu können.
Das Thema behielt sie bei, ungeachtet der Punkersituation um sie herum, erzählte mit weinerlicher Stimme, was sie wohl schon Tausend Mal erzählt und sich selbst eingeredet hatte. Sie bemitleidete sich selbst, stellte ich fest, und bewunderte die neben ihr Sitzende, die immer wieder zu reagieren vermochte, niemals zu weiteren Aussagen anregte, aber trotzdem den Eindruck erweckte, am Gespräch interessiert zu sein, obgleich auch sie von der Thematik wenig begeistert war. In Gedanken zollte ich ihr meinen Respekt und verlor für kurze Zeit sogar die Punker aus dem Sinn, die sich jedoch alsbald bemerkbar zu machen wußten.
Ein Hund stand an der Straßenkreuzung, die wir soeben passierten, und einer der Punks glaubte in ihm seinen Hund, besser: einen seiner Hunde, erkannt zu haben.
"Halt an!", rief er nach vorne, zum Straßenbahnfahrer, der jedoch unbekümmert sein Gefährt erst mehrere Hundert Meter später zum Stehen brachte - an der dafür vorgesehenen Haltestelle. Ein unscheinbarer Mann drängelte sich aus der blockierten Tür und erwarb so den Ärger der ebenfalls aussteigenden Punks, die sichtlich Mühe hatten, den mit Hund befüllten Bollerwagen aus der Bahn zu hieven. Er kippte; der verletzte Hund fiel auf seine eigenen Beine, winselte, wurde grob von der Straße gezerrt, wieder auf den Bollerwagen gehoben.
Das Fehlen der Punks löste keinerlei Erleichterung aus. Nur ich freute mich, hatte ich doch endlich genug freien Platz um mich herum - zumindest bis zur nächsten Haltestelle, wo ich ausstieg und die abenteuerliche Heimreise beendete.
morast - 2. Dez, 18:59 - Rubrik:
Bahnbegegnungen
"Ich bin heute irgendwie völlig neben dem Wind."
[Janus - "Winterreise"]
morast - 1. Dez, 00:42 - Rubrik:
Fetzen
Willkommen im Dezember, dem mittlerweile vierten Monat, in dem tagtäglich
"Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrips veröffentlicht werden.
Ich stelle fest, daß ich noch immer nicht dazu kam, irgendwelche Verlage mit meinen Werken zu überschütten.Aber immerhin erhielt ich eine Nachfrage, ob den Fred nicht in einer kostenlosen Magdeburger Studentenzeitung auftreten wolle. Die genaueren Bedingungen sind mir noch unbekannt; aber ich bin erfreut.
Und so.
[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]
[Im Hintergrund: Janus - "Auferstehung"]
morast - 1. Dez, 00:17 - Rubrik:
Frederick
Männer, deren wollene Wintermützen absichtlich oberhalb der eigenen Ohren enden, empfinde ich als befremdlich. Nicht nur, daß es befremdlich aussieht, begegnet man einem solchen Mützenträgerexemplar, da zuerst stets der Eindruck entsteht, der Betreffende hätte nicht genug Zeit gehabt, sich ordentlich anzukleiden, nein, ich stehe dann stets sprungbereit da, um wegen der ständig drohenden Runterfallgefahr notfalls die zu Boden stürzende Kopfbedeckung im Fluge erhaschen zu können.
Wenn eisige Winde meinen Schädel umwirbeln, sind es bei mir die Ohren, die bedeckt werden sollen, jene Ohren, welche bei erwähnten Männern verhindern sollen, daß die wärmende Kopfkleidung weiter nach unten, ins eigene Antlitz, rutscht.
Zu gern würde ich etwas sagen, auf die Mütze zeigen und bekanntgeben, daß da etwas nicht stimmt, daß die armen Ohren ebenfalls des Schutzes bedürfen - doch ich schweige und erinnere mich daran, daß ich selbst so lang wie möglich auf eine Mütze oder ähnliches zu verzichen versuche, albernen Vorstellungen von Eigenästhetik folgend.
[Im Hintergrund: Janus - "Winterreise"]
morast - 30. Nov, 16:02 - Rubrik:
Menschen
Ich begrüßte des Winters erste ernstzunehmende Daseinsbekundungen nicht nur, indem ich kaltes, schneeballrundes Weiß in Richtung meiner wenig begeisterten Begleitung schleuderte, sondern auch durch einen sportlich-aktiven Straßenbahn-Einfang-Spurt über die schneematschglatte Wege meines Viertels.
Dieser jedoch endete erfolglos darin, daß ich keuchend an der geleerten Haltestelle eintraf und das metallene Ungetüm hämisch von mir forteilen sah.
Zum ersten Mal konnte ich den Winter spüren. Er brannte tief in meiner Lunge. Gierig saugte ich die kalte Luft auf dem Himmel, versenkte mein Empfinden in die in Atemschmerz glühende Brust, wendete mich ab vom graublauen Zigarettendunst neben mir, der mir dieses kleine, zweifelhafte Vergnügen zu entreißen suchte.
Von meinen Lippen schwebte ein scheues Lächeln dem stählernen Koloß hinterher, den ich verpaßte. Passanten fingen es auf und wußten nichts damit anzufangen, stopften es tief in die ausgebeulten Taschen ihrer Verwunderung, wo es sich irgendwann von selbst verlor...
[Im Hintergrund: Janus - "Die Ruhe selbst"]
morast - 30. Nov, 02:14 - Rubrik:
Wortwelten
Wir erinnern uns:
Kurz vor Halloween klaute der echte Batman dem armen Fred sein Batman-Kostüm. Nun scheint es Fred aber gelungen sein, es zurückzuholen oder neu zu erschaffen. Allerdings fehlt der Umhang noch immer.
Das jedoch hindert ihn nicht daran, im
72. "Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter"-Comicstrip als Batman gegen das Böse zu kämpfen..
[Bild klicken für eine geringfügige Vergrößerung.]
[Im Hintergrund: Janus - "Das Fest" ... ]
morast - 30. Nov, 01:48 - Rubrik:
Frederick
Als ich soeben den Fön ausschaltete, schien er noch weiter zu brummen, als müßte der schnell rotierende Motor erst einmal langsam auslaufen. Merkwürdigerweise war mir dieses leise Brummgeräusch aber noch nie zuvor aufgefallen, und als es nach ein paar Sekunden nicht verstummte, begann ich zu grübeln.
Mein Rechner ist eindeutig zu laut.
[Im Hintergrund: Janus - "Neunundachtzig"]
morast - 29. Nov, 10:48 - Rubrik:
Krimskrams
Erstaunlich für mich ist, daß Fred eine gewisse Eigendynamik entwickelt hat, die ich gespannt verfolge. Ich habe keine Ahnung, wohin seine Entwicklung gehen wird, freue mich aber, daß sich bei ihm - ebenso wie bei Käfer - allmählich Charakterzüge herausbilden, von denen ich ursprünglich nichts ahnte.
Und so.
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[Im Hintergrund: Noch immer Janus ... ]
morast - 29. Nov, 00:38 - Rubrik:
Frederick